Sonntag, 9. September 2012

Kunstsommer-Workshop: Möbelobjekte aus Stammholz


Das ist meins und bleibt meins!

Geschrieben von Marita Gerwin

Ela und Frank Feldmann aus Neheim suchen und finden im Arnsberger Kunstsommer etwas Neues,
was sie im Urlaub gemeinsam ausprobieren können. Sie besuchen den Workshop „Möbelobjekte aus Stammholz“ unter der Leitung von Franz Schröger.




Ela mit pinkfarbenen Ohrringen , die langen blonden Haare dekorativ zu einem Pferdeschwanz gebunden, betrachtet selbstkritisch ihr Werkstück. Auf die Frage, warum sie sich ausgerechnet
für diesen kräftezehrenden Workshop entschieden hat, antwortet sie völlig entspannt und gut
gelaunt: „Ich habe eine ganz besondere Affinität zum Werkstoff Holz. Nach meiner Ausbildung zur
Tischlerin habe ich mich einige Jahre mit der Möbel-Restauration beschäftigt. Die Schweißperlen
fließen, aber wir sind beide happy!“, schwärmt Ela. Sie zwinkert Ihrem Mann ein Auge zu. Er lacht.
Anschließend wendet sie sich wieder konzentriert ihrem Werkstück zu. Ele Feldmann lässt sich
in ihrem kreativen Schaffensprozess nicht stören. Ihr Mann Frank, ist ebenfalls voller Tatendrang.
Er ist mit einem weißem Muskelshirt, einer Cargo-Hose und derben Schnürschuhen bekleidet.
Seine Nase ziert eine fesche Sonnenbrille. Er hackt und hackt und hackt. Seine kräftigen Axthiebe
prasseln auf das Werkstück ein. Die Konturen der Skulptur, ein mächtiger Garten-Stuhl mit einer
hohen Rückenlehne, hat Frank Feldmann bereits fein säuberlich herausgearbeitet. Die Holzstücke
fliegen durch die Luft. Er strahlt eine innere Zufriedenheit aus. Mit seinen Händen und den wenigen
ursprünglichen Werkzeugen, wie die Axt und die Bügelsage, hat er dieses kunstvolle Möbelobjekt
aus einem Stammholz geschaffen. Frank Feldmann spricht es nicht aus. Aber man denkt er
sagt: „Dich bezwinge ich mit meiner Muskelkraft. Wards nur ab!“. Er scheint einen inneren Dialog
mit seinem Kunstwerk zu führen. Er strahlt eine körperliche Fitness aus, die beeindruckt.


Josef Feldmann, Elas Vater, besucht heute seine erwachsenen Kinder auf der Festwiese. Seine
Begeisterung spricht Bände. Stolz ist er auf die Leistungen seiner Kinder. Sie fachsimpeln über
verschiedene Bearbeitungstechniken, über Kniffe und Tricks, wie man kräftesparend das
Stammholz bezwingen kann. Es scheint so, als jucke es ihm in den Fingern. Man hat das Gefühl, zu
gern würde er selbst Hand anlegen und die Axt und Säge schwinge. Als Frank Feldmann für einen
Moment eine kurze Verschnaufpause einlegt, greift Josef Feldmann zum Stechbeitel und zum
Holzklöppel und langt kräftig hin. Klack, klack, klack, so dass die Fetzten fliegen. Das Werkstück
ächst unter seinen kraftvollen Schlägen. Frank Feldmann dreht sich blitzschnell um und ruft ihm
zu: „Lass mir auch noch was! “ Er sagt es nicht, doch man denkt sich den Satz dazu „Das ist meins und bleibt meins“. Mit einem Augenzwinkern legt Josef Feldman die Werkzeuge zurück, nimmt seine
Tochter in den Arm und strahlt übers ganze Gesicht.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen